Europa in der Region - mal nachgefragt!

KI ist eines der bedeutenden Megathemen unserer Zeit, auch in ländlichen Räumen. Die abschließende Veranstaltung dieser Veranstaltungsreihe der Online-Regionalakademie Osnabrück wird sich der Frage widmen, welche Ansätze in unserer ländlichen Region sich als besonders innovativ erweisen und damit auch für andere Regionen in Europa wichtige Impulse setzen können.
Neue Ansätze der KI-Entwicklung und Fördermaßnahmen auf europäischer und nationaler Ebene für den ländlichen Raum werden aufgezeigt.
Es soll u.a. auch herausgearbeitet werden, in welchen Sektoren weitere Investitionen und Entwicklungen in unserer Region vorrangig geplant und notwendig sind.



Kopka: Thünen Institut in Braunschweig, Hamburg und Bremen. Bundesforschungsinstitut. Man denkt bei KI nur an Large Language Models wie Deepseek oder Anthropic. Das ist nur ein kleiner Teil. Die Technik ist im Kern 60 Jahre alt, die Diskussion begann in den 60er Jahren. Verschiedene Ansätze. Der Output der Wirtschaft müsste eigentlich steigen, jedoch tut er dies nicht. Es gibt keine große Veränderung. Die Zahlen geben das nicht her. Gründe: Zeit: wir sind noch nicht weit genug fortgeschritten, um Effekte zu sehen. Messen wir das Richtige – Was messen wir – Heterogenität – Auswirkungen von KI. KI wirkt auf einzelne Firmen unterschiedlich
Die klassischen Indikatoren messen den KI-Effekt nicht und können dies auch nicht (z.B. Human Ressources, Anlernen von Mitarbeitern) immaterielle Assets zählen mehr, lassen sich aber schwer messen. In der Industrie sind aber z.B. klassifizierende KIs wichtig. Aktuell ist nicht klar, welche Richtung KI nimmt und ob positive Aspekte messbar sind.
Foundation Models: gute Nutzung, weniger gute Entwicklung bei KI, die Effekte erwarten wir in der Anwendung von KI. Bei KI Patenten übernimmt die Region Osnabrück keine Vorreiterrolle. Patente sind fokussiert auf große Unternehmen und auf deren Hauptstellen.
Divergenz: Bereich Elektrotechnik und andere, 2013-2022 wurde in der Region Osnabrück viel patentiert. Die Dienstleistungsbereiche profitieren am meisten, es gibt ein hohes Automatisierungspotential. Verbesserungspotential im Bereich der digitalen Bildung der Bürger in Deutschland ist sehr hoch.
Prof. Dr. Schöning:
Es handelt sich nicht um die Verrichtung traditioneller Methoden durch KI-Roboter, sondern um den Umgang mit den sich ändernden Gegebenheiten. Bislang sind z.B. Ackerflächen so angeordnet, dass sie mit traditionellen Treckern befahren werden können. Davon wollen wir weg, denn dann kann der Landverödung entgegengewirkt werden und die Klimaresilienz wird besser. Es findet ein Umdenken von den großen (für schnelle Feldbearbeitung) zu den kleinen Maschinen (für Spezialaufgaben, z.B. Unkraut jäten) statt. Osnabrück bietet ein ideales Ökosystem.
Wir „leisten“ uns in Europa die KI-Regeln. Das ist sehr gut, denn wir lassen nicht einfach was auf den Markt los, ohne vorher z.B. Fragen zur Datensicherheit zu klären.
Innovationspotential ist in der Region Osnabrück massiv vorhanden. Das führt uns zur Lage, dass wir z.B. Monokulturen abbauen können und so die Biodiversität steigern und damit auch Bodenqualität verbessern (Spotfarming)
Neuer Studiengang Agrarsystemtechnologien., Mischung aus Informatik und Landwirtschaft. Das schafft Verständnis und das ist wichtig. Durch die Bildung zu der Vision, zusammen mit der Infrastrukturen unsere Böden, Felder zukunftssicher zu machen und zusammen mit Ingenieuren die Landwirtschaft von morgen zu entwickeln.
Daniel Frey: Wie kann die EU fördern, was macht der AI Act?
Es wird darüber entschieden, wie wettbewerbsfähig und lebenswert unsere ländlichen Regionen bleiben.
Wo setzt die EU klare Grenzen?
EU verfolgt in Sachen KI einen anderen Ansatz als die USA und China. USA setzt radikal auf den freien Markt, China auf staatliche gesteuertes Datenwesen mit umfangreicher Datenerhebung.
Europa will Innovation im Einklang mit unseren Werten. Der Fortschritt soll allen Menschen, unabhängig vom Wohnraum, ein gutes Leben zu ermöglichen. Datenräume für die europäische Gemeinschaft mit sicheren, einheitlichen Standards sind ein Thema, ohne das einzelne Personen oder Firmen dazu die Kontrolle ausüben, die Gemeinsame Agrarpolitik (GAP) unterstützt. Dazu kommt die Regulierung, die z.B. die großflächige Erfassung von Daten regelt und bestimmte Grenzen setzt. Der AI-Act soll Vertrauen schaffen, als Voraussetzung dafür, dass die Menschen den Einsatz von KI akzeptieren. KI soll ein Werkzeug der Entlastung und kein Ersatz für den Landwirt sein. Auch Kleinbetriebe sollen wettbewerbsfähig bleiben. Gedacht werden muss die KI auch in anderen Bereichen der ländlichen Entwicklung, um Regionen zu sichern, z.B. bei der Gesundheitsversorgung.
Regionale KI-Zentren (AI Hubs) sollen bis 2030 wachsen, mehr Rechenkapazität, eigene KI-Modelle, vertrauenswürdige KI, Weiterbildungsinitiative für die Bildung zur KI-begleiteten Arbeitswelt.
Europa setzt auf regionale Leuchttürme, die später auf den ganzen Kontinent ausgerollt werden könnten. In der Landwirtschaft könnte die Region Osnabrück ein solcher Leuchtturm werden.
Warum finden sich so wenig Angebote zur KI-Schulung für Bürger der Region? Hohe Ambitionen treffen auf wenige Angebote.
Schöning: Wir müssen differenzieren. Einsatz von KI um den Einsatz der KI willen ist falsch. Es gibt z.B. die Mittelstand 4.0 Zentren, die Unternehmen zugute kommen. Schülerforschungszentren haben auch einen KI-Bestandteil. Was möchte ich machen, und was kann ich nicht machen. Beispiel KI in der öffentlichen Verwaltung – was kann ich und was darf ich nicht? Welche Zielgruppe peile ich an?
Eine KI weist die Wahrscheinlichkeit aus, die Überprüfung muss aber durch den Menschen erfolgen. Agentische KI erfordern aber andere Schulungen. KI ist Mathematik und vielseitig anwendbar.
Daniel Frey:; Ergänzung – Was man braucht und was die Bundesagentur für Arbeit fördert, sind Plattformen, auf denen man die Angebote bundesweit vergleichen kann. Man muss aber den richtigen Weg finden. Ein VHS-Kurs wird den wenigsten helfen. Wir lernen alle, mit KI umzugehen.
Links: https://www.mittelstand-digital.de/MD/Navigation/DE/Praxis/Kompetenzzentren/kompetenzzentren.html
Uwe Klüter 19:22
Wie kann man in der Zukunft sicherstellen, dass die Ergebnisse der KI-Suche nicht in den USA weiter analysiert werden?
Beispiel ist z.B. auch der Saugroboter, der z.B. die Wohnung saugt und dem sein Wohnungsprofil auslesbar ist!
Prof. Dr. Julius Schöning 19:24
1) Europäische Suchmaschine nutzen https://european-alternatives.eu/de/kategorie/suchmaschinen
2) Europäische KI-Chatbots https://european-alternatives.eu/de/kategorie/ki-chatbots
3) Europäische Cloud Anbieter nutzen https://european-alternatives.eu/de/kategorie/cloud-anbieter
4) Passen Sie die Datenschutzeinstellungen für Smartphones, Fernseher usw. an.
Kopka: Wichtiger Punkt, die Daten sind die Quintessenz dessen, wovon eine KI lebt. Zu wissen, was es bedeutet, wenn ich etwas in eine Cloud hochlade, die nicht in Europa ist, zählt zu den drängendsten Fragen. Dieselbe Entwicklung wie bei Social Media (Datensparsamkeit) wird auch bei der KI aufkommen.
Frey: Die rechtlichen Rahmen sollen eine Garantie darstellen, dass mit meinen Daten eben kein Schindluder getrieben wird. Natürlich muss ich auch mein eigenes Datenverhalten im Netz hinterfragen.
„Ich habe ja nichts zu verbergen“ diese Einstellung muss abgelehnt werden. Den meisten sind auch die AGB der großen Konzerne nicht geläufig. Suchmaschinen müssen auf europäische Lösungen eingestellt werden. Das ist ein erster Schritt.
Was muss in den nächsten zwei Jahren passieren? Einfache Förderungen für alle Ideen. Richtung KI Reallabore, um Dinge zu testen und mehr Mut, die neuen Technologien ins Feld zu bringen.
Uwe Klüter 19:31
Danke sehr! Ja, man war viel zu sehr technikgläubig und hat eher die Chancen und weniger die Risiken gesehen! Ich habe nichts zu verbergen - war bisher auch mein Motto!
Anke Wekerle 19:31
Vielen Dank für die spannenden Inhalte! Ich plädiere für gute europäische Lösungen und die Potentiale von KI.
Gerhard Becker (Osnabrück) 19:36
Vielen Dank, habe viel gelernt heute über KI. Wichtig wäre eine gute, d.h. auch demokratische Perspektive für KI-Anwendungen in der EU.
Kopka: die großen industriellen Standorte müssen bei der Transformation unterstützt werden, gerade auch bei KI und sektoral, die Demographie ist zu bedenken. Umsetzung von Automatisierung muss unterstützt werden. Bei der Bevölkerung gerade in ländlichen Räumen – Verteilung der Innovation beschleunigen, so dass die Personen, die betroffen sind, sich schnell gut schulen bzw. geschult werden können.
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