Europa in der Region - mal nachgefragt!

Person sitzt am Laptop als Symbolik mit leuchtender Absolventenkappe für Nutzung von KI in Forschung und Lehre
KI in Forschung und Lehre – schreibt KI mir die Bachelorarbeit?
vom 17.02.2026

Der Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) bietet in der Wissenschaft neue Chancen und Perspektiven. Gleichzeitig stellt sie Forschung und Lehre vor Herausforderungen, z.B. im Hinblick auf den Prozess der wissenschaftlichen Erkenntnisgewinnung, das Prüfungssystem und die Praxis des Publizierens wissenschaftlicher Arbeiten.
Wie schaffen es Universitäten und Hochschulen, einen reflektierten und verantwortungsvollen Einsatz von KI-Systemen wie ChatGPT in Forschung und Lehre zu fördern?

Unsere Impulsgeber dieser Veranstaltung

Prof. Dr. Kai-Uwe Kühnberger
@Universität Osnabrück/ Simone Reukauf
Prof. Dr. Kai-Uwe Kühnberger
Präsidium, Universität Osnabrück
Prof. Dr. Tobias Seidl
@hdmstuttgart
Prof. Dr. Tobias Seidl
Professor für Schlüssel- und Selbstkompetenzen Studierender, Fakultät Information und Kommunikation, Hochschule der Medien Stuttgart
V54
@HochschuleOsnabrück
Prof. Dr. Liane Haak
Wirtschaftsinformatik, Fakultät Management, Kultur und Technik, Hochschule Osnabrück

Aspekte aus der Diskussion

Prof. Dr. Tobias Seidl, Aufgabe: sich darum kümmern, überfachliche Kompetenzen in die Lehre zu bringen. Frage: Was machen Studierende mit KI? Der Zugang ist sehr viel einfacher geworden, auch die Anwendungen.

CHE-Auswertung: Über 65% der Studierenden nutzen mindestens einmal pro Woche KI-Anwendungen für die Arbeit. Nutzung ist zwar einerseits sinnvoll. Aber auf der anderen Seite nicht so ganz klar. Nur 30% bewerten die Angebote der Unis/FHs zur Erweiterung der KI-Kompetenz als gut.

KI verdrängt Einsteigerjobs, gerade weil Einstiegstätigkeiten durch KI-Anwendungen erledigt werden können. Technisch einfache Dinge werden von KI erledigt, aber der Bedarf an Kommunikationsfähigkeit kann von KI nicht abgedeckt werden.

Skill Skipping verhindern, also dass Studierende der KI zu viel überlassen.

Wir müssen mit Studierenden stärker ins Gespräch kommen, wo KI sinnvoll im Lernen eingesetzt werden kann. Auch, um Zweifel aus dem Weg zu räumen. (Sinnkrise verhindern)

Bot, der Studierende bei der Selbstreflexion unterstützt (KIM), schafft eine sinnvolle Lernbegleitung, wo der Professor sich nicht mehr persönlich kümmern kann.

Prof. Dr. Kai-Uwe Kühnberger: Schwerpunkt Forschung, dort ist KI mindestens so disruptiv wie in der Lehre. Modelle sind gut, weil sie das können, was Menschen auch können (Kontext im Gedächtnis behalten, Lösungen transferieren, multimodale Wahrnehmungen).

Google Mitarbeiter stellten Chemische/Physikalische Modelle mittels KI dar und bekamen dafür den Nobelpreis in Physik oder Chemie, obwohl sie mit dem jeweiligen Feld nichts zu tun hatten.

KI wird vom Hilfsmittel zum Bestimmer, gerade bei der Geschwindigkeit der Entdeckung neuer Erkenntnisse. Derzeit wird die Hardware immer schneller und energieeffizienter. Lebenslanges Lernen auch beim Menschen als die Voraussetzung für die Zukunft. Vieles wird dabei von digitaler Assistenz unterstützt werden, der menschliche Aspekt verschwindet zum Teil. Der digitale Assistent kann den jeweiligen Lern- und Lehrmodus anpassen an die jeweilige Person.

Müssen wir in Zukunft als Menschen noch etwas wissen? Klar, der Chatbot kann sonst völligen Quatsch produzieren.

Dialogformate und enge Begleitung der Abschlussarbeiten werden immer wichtiger. Hausarbeiten werden durch Interaktion und Neugier langsam verschwinden.

Dr. Liane Haak: Wissenstransfer in die Unternehmen von der Hochschule ist ein wichtiges Element. „De-skilling“, das Verlernen von Fertigkeiten, das darf nicht passieren. Wissenschaftliches arbeiten muss unbedingt beherrscht werden.

Nur 43% der Hochschulen haben ihre Prüfungsordnungen an den KI-Wandel angepasst, nicht jede schriftliche Arbeit ist hinfällig, es kommt auf das WIE an (akademische Integrität)

Problem: Falls Hochschulen keine Strategie im Umgang mit der Digitalisierung und dem KI-Einsatz entwickeln.

Wie können wir feststellen, ob der/die Studierenden in Lehrinhalt wirklich verstanden hat?

Wichtig sind an der Hochschulen/ Unternehmen: rechtlicher Rahmen, Budget und Strategie: Unternehmen und Hochschulen stehen vor denselben Problemen bzw. den gleichen Herausforderungen. Die Ethik tritt hinzu.

Eigenleistung muss bei wissenschaftlichen Arbeiten erkennbar sein, trotz aller Assistenz. Wunderbare Tools, z.B. bei der Literaturrecherche und der Auswertung von Quellenmassen. Bessere Ergebnisse. Informationen müssen überprüfbar sein. Kosten beeinflussen das Bild, denn das Budget der Hochschulen entscheidet über die Ausstattung. Chancengleichheit kann dadurch gefährdet werden.

Modelle sind genauer und besser geworden. Unternehmen setzen auf eigene Modelle. Generative KI ist nur eine KI-Anwendung, die anderen Anwendungen werden auch besser. Man sollte sich nicht nur auf Chat GPT oder Claude verlassen.

Wie werden die Lehrenden in den Hochschulen unterstützt?

Seidel: Müssen an die Studierenden und ihre Motivation bzw. ihre eigenen Lernprozesse heran. Wie vermitteln wir, dass das Lernen ein Wert an sich ist?  Die motivationale Ebene wird wahnsinnig wichtig.

HAAK: Heterogener Ansatz, Richtlinie der Universität, Positionspapier geht in die Hochschulen. In der Fakultät mit „KI AG“, die offen für alle ist und Bedarfe aufnimmt.

Stemann: KI als Sparringspartner für die Arbeiten nutzen? Wie kann das in den Veranstaltungen trainiert werden?

Kühnberger: Modelle werden immer besser. Für Deutschland bzw. Europa bedeutet das, dass die kleineren Modelle, die OpenSource sind (Knowledge Destillation) eine Performanz bringen, die zu den großen Modellen aufschließt. Das kann Deutschland bzw. Europa auch, dazu braucht man nicht so viele Mrd. wie das Silicon Valley. Auch das Spiegeln auf US-amerikanischen oder gar chinesischen Servern ist da kein Thema mehr. Das ermöglicht die Bearbeitung auch von sensiblen Daten auf eigenen Rechnern.

Das Curriculum muss perspektivisch um KI adaptiert werden, wir benötigen andere Kompetenzen, die auch weiterentwickelt werden müssen.

Die Fachbereiche müssen das für sich ausbuchstabieren. Die Arbeit und das Verständnis müssen vorher geprüft werden.

Könnte ein mit OpenClaw geschaffener Charakter an einer Fern Uni für mich ein komplettes Studium machen?

Tobias Seidl - HdM Stuttgart

Zumindest kann ein einfacher Open Ai Agent schon „normale“ Moodle Selbstlernkurse lösen ;-)

Claudia Rüping

Kommt da eine Altersarmut auf uns zu betreffend lebenspraktischem Handeln, weil die ältere Generation, ca. ab 50 Lebensjahren, nicht mehr so viel 'Ungewohntes' lernen kann?

Zu der Scoring-Frage bezüglich der KI-Modelle gibt es über Huggingface ein "community-driven Leaderboard" - eine gute Referenz welche LLM aktuell gut performen basierend auf Votes: https://huggingface.co/spaces/lmarena-ai/lmarena-leaderboard

Zudem gibt es von der Standford University jedes Jahr einen AI Index Report der sehr lesenswert ist:  https://hai.stanford.edu/ai-index/2025-ai-index-report

Hier eine schöne Zusammenfassung:

https://bildungssprache.net/ki-im-studium-wirklich-nutzen/

Ganz viel Lernangebote gibt es auch auf dieser Plattform:

https://ki-campus.org/

https://arxiv.org/abs/2509.18900

Haak: Es gibt keine generalisierte Antwort - auch die Experten kommen bei der Geschwindigkeit der Entwicklungen nicht immer überall hinterher, das ist die Lebenswirklichkeit. Aber das macht nichts, jüngere haben immer eine höhere Affinität zur Technik. Natürlich sollen Sie Apps ausprobieren. Aber es müssen Dinge aus der Erfahrung und Anwendungen her, die jüngere Menschen nicht haben. Die sollten an richtigen Stellen eingesetzt werden, dann ist das Alter kein Problem.

Tobias Seidl - HdM Stuttgart 19:26
Aus meiner Sicht deutet die Studienlage eher darauf hin, dass diejenigen stärker von KI Nutzung profitieren, die über mehr Erfahrung und Fachkompetenz verfügen. Wenn man sich also selber der Thematik widmet, hat man m.E. gute Chancen.

Vertiefte und professionelle Nutzung ist nicht unbedingt gegeben bei den jungen Menschen, die muss her, die Haltung muss her, dass wir uns damit auseinandersetzen und das nicht als Bedrohung empfinden.

Wie versöhnt man Lehre, Forschung und  KI?

Kühnberger: § 5 Grundgesetz: Lehre und Forschung sind frei, da hat ein Präsidium einer Universität nicht viel Macht hinsichtlich der Lehrpraxis der Hochschullehrenden. Frage: Reicht die Adaptionsfähigkeit der Menschen aus, sich der Entwicklung in ausreichendem Maße anzupassen? Zu wünschen wäre, dass in der Verwaltung, auch der der Hochschulen, eine sinnvolle Digitalisierung mit Hilfe von KI endlich möglich ist. Wann gibt es DAS Antiplagiatstool, das die Chatbots und KIs erkennt. Das ist aber leider illusorisch. Dann sollten aber Wege gefunden werden, die den jungen Leuten erlauben, wirklich sinnvolle Jobs in Industrie, Wissenschaft und Verwaltung zu erreichen und sinnvolle Beiträge zu leisten, das sollte die Lehre können. Die Leute so ausbilden, dass sie damit zurechtkommen.

Haak: Urteilskompetenz und ethische Fragen bleiben wichtig, das sollten Tech-Konzerne und die Politik beherzigen. Abgrenzung: Welche Rolle sollen wir Menschen spielen und lassen wir uns die von der KI wegnehmen? Wie lernen wir zu unterscheiden, wann der KI Einsatz richtig ist und wann selbst denken wichtig ist?

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