Europa in der Region - mal nachgefragt!

Auch den Bildungsbereich hat generative KI scheinbar auf den Kopf gestellt. Schülerinnen und Schüler nutzen KI zur Erledigung von Hausaufgaben und als Unterstützung beim Schreiben von Essays oder in schriftlichen Prüfungen. Während national und international in der Anfangszeit der Ruf nach einer Verbannung von ChatGPT & Co. aus dem Klassenzimmer und den Hörsälen überwog, hat sich überraschend schnell eine differenziertere Sicht durchgesetzt, wonach eine reflektierte Nutzung von KI im Bildungskontext durchaus sinnvoll sein kann.
Wir wollen Ihnen die aktuellen Positionen zur Nutzung von KI im schulischen Kontext vorstellen und der Frage nachgehen, was Schulen und Lehrende benötigen, um KI effektiv zu nutzen.




Thelen: Es gibt viele falsche Vorstellungen davon, was ein KI-System leisten kann. Gerade in Texten gibt es häufig keine Erkennbarkeit. Der Mensch ist leistungsfähiger als die KI. Der sokratische Dialog ist zielführender.
Brinkmeyer: „Kognitive Schuld“, man kommt aus dem Anfängerstadium nicht heraus. Illusion von Wissen (wie bei Musterlösungen), kein wirkliches Verstehen.
Cognitive Offloading (früher z.B. durch abschreiben) etwas durch KI erledigen lassen, das man nicht selbst tun möchte oder zu anstrengend findet.
Bettina Ickstadt: Förderschullehrerin – mit Chat GPT bei „Intelligenzeinschätzung“ schon sehr nahe an der persönlichen Einschätzung. Eine Beurteilung ist schwierig. Es kommt auf die Daten an, die das System hat. Gute Texte werden benötigt
Sokratisches Lernen: KI stellt kritische Fragen und „coacht“ den Schüler/die Schülerin. Genutzt vor allem von den Schülern, die eh schon gut sind. Aber auch sehr hilfreich für leistungsschwächere Schüler. Aber wer ist Sokrates? Die KI oder der Mensch? Eigentlich kann ein Computer keine menschliche Interaktion ersetzen.
Franziskus van den Berghe: “Osna vernetzt“ gibt es schon: Die Lehrer die es nutzen wollen, werden es nutzen, wer nicht, der nicht. Wir machen Bildung, keine Anwendung. Schüler erkennen nur noch Muster, oder eben auch nicht. Was wollen wir eigentlich? Vor der Anwendung muss die Bildung kommen.
Gerade die Allverfügbarkeit von KI verhindert eventuell sogar das Lernen.
Inwieweit ist Prompting eine Kompetenz?
Brinkmeyer: Internationale Zusammenarbeit, Nabelschau auf das deutsche Bildungssystem, man vernachlässigt Erfahrungen aus dem Ausland. Das deutsche Schulsystem ist schon „besonders“. Das wird angesichts der immer rasanteren Entwicklung deutlich.
Pröhl an Stöhr: Werden Sie eigentlich eingebunden in die Entwicklung von Lern- und Lehrerweiterbildung? Stöhr: Keine Einbindung auf Landesebene, aber regionale Gespräche, wo Lücken sind, wo man punktuell was machen kann. Gerade bei Themen, die nicht eindeutig einem Fach zuzuordnen sind, ist dies schwer. Berufliche Orientierung als Querschnittsaufgabe mittels KI muss in verschiedenen Fächern verankert werden.
Stöhr: Es muss ein Ruck diesbezüglich durch die Struktur gehen. Brinkmeyer: Der Ruck müsste vom Kultusministerium kommen, was aber finanziert werden muss und wofür Kapazitäten benötigt werden. Künftig müssen Lehrer im Studium auch digitale Bildung erlernen, aber das braucht lange. Und: Leute, die dies vermitteln können, fehlen.
Hanno Rhauderwiek: Lehrer für verschiedene Schulformen, Gymnasium, Lehrberufe, Nachholen von Realschulabschlüssen. 23% der Schüler lassen ihre Hausaufgaben durch KI erledigen; IT Berufe haben eventuell einen noch höheren Anteil. Verschiedene Maßnahmen der Lehrkraft (z.B. KI befehlen, Aufgaben NICHT zu lösen). Influencer „versorgen“ einen mit Kniffs und Tricks. Selbsterkenntnis der Schüler ist da, dass KI nicht die eigene Lernleistung ersetzen kann.
Viele Tools sind zumeist für eine bestimmte Funktion vorgesehen (z.B. Gedichte schreiben). Wie kann ich denn allgemein eine KI benutzen, die nach meinen Bedürfnissen Aufgaben bearbeitet und mich in meinem Lernprozess unterstützt? Schüler schreiben z.B. mittels KI eigene kleine Programme, um Aufgaben lösen zu können.
Gerade der wirtschaftsnahe Teil nutzt KI ganz anders, um z.B. die nötige Effizienz an den Tag zu legen. Gemini gibt es für Schüler einjährig umsonst seit November.
Die meisten Schüler nutzen KI, aber nicht richtig. Prompting und Formulierung muss richtig gelernt werden. Fortbildung für Lehrkräfte muss ein Schlüssel sein, gerade, weil viele Lehrkräfte ein sehr unterschiedliches Niveau bezüglich KI haben. Eventuelle Pflichtfortbildungen, die Entlastung bringen. Wie kann ich die KI als Lehrer effektiv nutzen und vielleicht auch privat einsetzen (z.B. für die Analyse der eigenen Versicherungen)? Fortbildung zum Rollenwechsel der Lehrkraft als Wissensbegleitung.
Gibt es schon solche Fortbildungen? In Deutschland gibt es viele Angebote, aber i. d. R. erlernen sie dabei kein Prompting.
Man will Erleichterungen haben, und zwar praxisnah, das fehlt im Moment.
Schlussrunde:
Pröhl: Wo müsste Geld investiert werden, um einen qualitativen Schritt zu machen? Brinkmeyer: Erstens, dass in den Schulen erst einmal KI Werkzeuge systematisch zur Verfügung gestellt werden. Leistungsstarke. Die Lehrkräfte müssen fortgebildet werden. Die Unis müssen das in der Lehrerausbildung verankern.
Mehr erforschen, welche Methoden wirken und wie damit umzugehen ist. Den richtigen Sprachgebrauch finden, um nicht falsche Erwartungen zu wecken. Was können die Systeme wirklich?
Thelen: Thema nicht isolieren, sondern es als weiteren Anlass nehmen, um über Schule nachzudenken. Der KI-Schulpreis kann hier ein Anfang sein.
Stöhr: Welche Bildung wollen wir zu Grunde legen? Das Tempo und die Verbindlichkeit sind aber wichtig, was ist mit dem Kultusministerium und den Lehrkräften, die schon im Dienst sind? Wie können die sich mit dem Thema auseinandersetzen?
Rhauderwiek und Krafft: KI muss mit Sinn, Best Practice und Studien gemacht werden. Wann und wie sollen Schüler mit KI arbeiten? Digitalisierung und Datenschutz sind wichtig, man muss mit den Basics früh anfangen. Viele haben früh ein Endgerät in der Hand und schaden im Zweifel ihrer mentalen Gesundheit. Welche Tools sind sinnvoll einzusetzen, gern auch im Ganztagsformat? Wir müssen Gas geben, andere Länder sind schon voraus.
Datenschutz und AI-Act sind aber wichtig. Lehrerfortbildungen kommen dem gesamten Unterricht zugute.
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